GALJ :: ReferendaRRaum



GRRR

Der GALJ
ReferendaRRaum

Ich-Blog mit Eindrücken
aus der Ausbildung in der
Hauptstadt der USA.


Besucher

Mon, 06 Oct 2008



Eine der Aufgaben bei der Bearbeitung der dritten Auflage des DAJV-Bewerbungsführers für Juristen ist es, auf vermeidbare Fehler hinzuweisen.

Ein gravierender Fehler unterläuft auch Referendaren und Praktikanten, die sich für die Ausbildung in Washington bewerben. Nichts ärgert den Empfänger der besten Bewerbung mehr als die fehlende Angabe der Ausbildungsperiode. Der Zeitraum sollte bei einer EMail schon im Betreff sichtbar sein.

Wer viele Kandidaten jonglieren und in passende Zeitspannen einpassen muss, will sich nicht immer wieder damit aufhalten, lange nach den Daten zu suchen. Ist es nicht auch aus der Sicht des Bewerbers besser, wenn der Ausbilder sich dem Inhalt der Bewerbung widmen kann?

Dieser Ausbilder meint, dass dem Bewerber der Blick für das Wesentliche fehlt, wenn die Bewerbung den Zeitraum versteckt. - ck
[/2008] URL
GRRR :: Washington

Tue, 05 Aug 2008



Ich habe nochmal ein paar organisatorische Fragen: Können Sie mir etwas empfehlen, wo man günstig und gut wohnen kann?

Verfolgen Sie am besten die Angebote bei dc.craigslist.com. Schauen Sie sich zur Orientierung die Stadtkarte von Washington, DC bei Google Maps an.

Manche buchen von Deutschland aus, manche erst hier. Ich habe kürzlich erfahren, dass einige Referendare ihre Miete für Monate im Voraus bezahlen. Das ist nicht sinnvoll. Wenn die Wohnung dann nicht zur Verfügung steht oder unbewohnbar ist, wie soll man sein Geld zurückerhalten? Es gibt kein Mahnverfahren in den USA, und die Prozesskosten würden die Miete übersteigen. Also kein unüberschaubares Risiko eingehen. Glücklicherweise ist noch keinem das Geld abhanden gekommen. Doch ist beispielsweise einmal ein Vermieter gestorben und alle Mieter mussten sofort umziehen. Wer da im Voraus bezahlt hätte, wäre dumm dran gewesen.

Sicherheit kostet hier mehr. Wohnungen in NE sind meist billig, liegen gefährlich und haben mehr Ungeziefer als sonstwo. Grundsätzlich sind Sie westlich der 16th Street, NW und südlich der Florida Avenue, nördlich der National Mall sowie westlich des Rock Creek Park am sichersten aufgehoben. Bethesda ist dabei teurer als Silver Spring. Bedenken Sie auch die Fahrtkosten und -zeiten beim Mietpreis. Das Metrosystem veröffentlicht die Strecken und Kosten im Internet. Die Washington Post veröffentlicht einen Crime Index. - CK
[/2008] URL
GRRR :: Washington

Fri, 08 Feb 2008



DK - Um es zunächst klarzustellen: Man beantragt natürlich nicht das J1-Visum bei der German American Chamber of Commerce, sondern nur das Formular DS2019, das man dann bei der Botschaft vorlegen muss, um ein J1-Visum zu bekommen.

Die normale Gebühr bei der GACC ist 500 Dollar. Wenn man es besonders eilig hat, dann gibt es auch ein Expressverfahren, was zusätzlich noch 250 Dollar, also insgesamt 750 Dollar kostet.

Bei der Organisation - dem Center for International Career Development -, bei der ich das DS2019 beantragt habe, habe ich 550 Dollar bezahlt. Man kann aber nicht pauschal sagen, dass wegen des Preises die GACC besser ist, da beide Organisationen jeweils unterschiedliche Voraussetzungen fordern, also insbesondere sind unterschiedliche Unterlagen einzureichen. Beispielsweise braucht man bei der GACC einen Sprachnachweis, während man diesen bei CICD nicht braucht. Gegebenenfalls sollte man sich also darüber vorab informieren, ob man alle Unterlagen hat oder organisieren kann.

Jeweils hinzu kommen in jedem Fall noch Kosten für den Geldtransfer an die Organsiation, die US-Krankenversicherung (muss man haben), SEVIS-Gebühren und die Gebühren für das Visum selbst.
[/2008] URL
GRRR :: Washington

Thu, 01 Nov 2007



Das wichtigste Kriterium für die Auswahl eines Bewerbers in der Wahlstation aus der Sicht das Ausbilders ist der gewünschte Zeitraum. Anscheinend handelt es sich aus der Sicht vieler Bewerber dabei um kein wichtiges Kriterium, sonst würden sie diese Zeitspanne wohl nicht verstecken, ungenau bezeichnen oder ganz auslassen.

Meine Wahlstation liegt schon länger zurück. Ich kann mich nicht erinnern, was mir am wichtigsten erschien, abgesehen davon, dass ich in einem Land mit einer hybriden Rechtsordnung ausgebildet werden wollte. Mal sehen, woran sich meine Referendare erinnern.

Allgemeine Empfehlung für Bewerber: Ganz konkrete Daten am Anfang der Bewerbung nennen und bei jeder Korrespondenz diese Daten einblenden. Hätten sie selbst Lust, bei jeder Korrespondenz aus eine Schublade voller Bewerbungen jedes Mal das ursprüngliche Schreiben heraus zu suchen? Sind die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung nicht höher, wenn der Bewerber das für den Ausbilder administrativ Wichtigste bereitstellt? - CK
[/2007] URL
GRRR :: Washington

Tue, 23 Oct 2007



RM - Am 18. Oktober 2007 fand im Goethe-Institut-Washington eine Kurzfilmpräsentation mit anschließender Diskussionsrunde über die aktuelle Lage der Entwicklungshilfe in Afghanistan statt.

Zu sehen waren zwei Filme. Der erste Das neue Afghanistan - Aufbau einer Zivilgesellschaft zeigte die deutschen Bemühungen durch die Schaffung von Mediotheken in den verschiedenen Provinzen Afghanistans, Räume der Begegnung und des Lernens mit Büchern, Videos und Computern zu schaffen, womit auch zur Verbesserung der Lage der zumeist benachteiligten Frauen beigetragen werden soll. Der zweite Film A Bright Journey zeigte die Situation der in bitterer Armut lebenden ländlichen Bevölkerung, die mithilfe gespendeter Solaranlagen auf ihren Hüttendächern endlich Strom bekommen für essentiellen Bedürfnisse, wie Licht und Informationsgewinnung durch das Radio oder Fernsehen.

An der anschließenden Diskussionsrunde beteiligten sich Ali A. Jalali, ehemaliger afghanischer Innenminister, Marvin Weinbaum, vom Middle East Institute, Almut Wieland-Karimi von der Friedrich Ebert Stiftung in Washington und als Moderator Stephen Szabo vom German Marshall Fund. Als auffällig stellten sich dabei die verschiedenen Ansätze der deutschen und amerikanischen Aufbauarbeit in Afghanistan heraus. Während die Deutschen Wert auf ziviles Engagement legen, ist für die Amerikaner die Verbesserung der Sicherheitslage sehr wichtig. Man war sich jedoch darüber einig, dass die Afghanen trotz der Sicherheitsprobleme wissbegierig jedes neue Angebot gerne annehmen und ausländischer Hilfe generell aufgeschlossen gegenüberstehen.

Zum Bereicherungsprogramm in der Washingtoner Wahlstation gehört so manche Veranstaltung, die nicht unbedingt Pflichtfächer berührt. Angesichts der politischen Komponenten, die in der Hauptstadt der USA auch im Referendariat eine Rolle spielen, gehört die Horizonterweiterung in vielfacher Art zum Programm - selbst wenn man gelegentlich nur erlebt, wie sich deutsche Positionen bei einem amerikanischen Publikum machen.
[/2007] URL
GRRR :: Washington

Sat, 08 Sep 2007



Aus den eigenen Fehlern lernen. Ein hehres Ziel. Leider nicht so leicht zu erreichen wie aus den Fehlern anderer zu lernen. Beispiel: Ein Blog mit gleichzeitig spezifischem und allumfassendem Namen, Strafprozesse und andere Ungereimtheiten. Jurablogs zeigt einen Titel des Blogs so, dass der Leser glaubt, hinter dem Blog stecke ein verkomplizierender Jurist:
Bezüglich Madeleines Eltern überschlagen sich die Ereignisse
Was lernen wir für GALJ-Titel daraus?

  • Der Titel wäre zu lang. Er würde auf Klauseiten verzerrt gespiegelt.
  • Der Titel kündigt an, dass die sich überschlagenden Ereignisse den Bericht schon bei seinem Erscheinen veraltet sein lassen. Der Bericht ist damit nicht lesenswert und hätte keinen Nachschlagewert.
  • Der Titel spricht ein für die gelbe Presse typisches Thema an und wirkt bezüglich des Berichts hinsichtlich des rechtlichen Wertes nur spekulativ.
  • Der Titel lässt vermuten, dass der Bericht keine rechtliche Würdigung aufgrund eigener Prüfung von Urkunden, Urteilen oder Akten des in jeder Nachrichtensendung angesprochenen Sachverhaltes enthält. Der Leser wendet sich ab, weil er Wiederkau vermutet.
  • Die Verwendung des Begriffs bezüglich weist wie oft auch beziehungsweise und hinsichtlich und und/oder auf ein gestörtes Verhältnis zur Sprache hin. Hilfweise unterstellen wir, dass die Wortwahl für Ironie, Parodie oder gar Sarkasmus steht.

  • Fazit für GALJ-Schreiber:

  • Über ein spekulatives Thema wird nicht berichtet. Die Essenz des SuaU-Titels, nämlich Presse verfolgt Mordverdacht, ist thematisch ungeeignet.
  • Wiederkau von Pressemitteilen kommt nicht in Frage. Bei einer rechtlichen Würdigung sind Pressequellen hingegen als Links zulässig. Die rechtliche Analyse von Presseberichten ist grundsätzlich zulässig, beispielsweise bei einem Streit über das Presserecht.
  • GALJ-Berichte sind keine Sachverhaltsmeldungen, sondern Erörterungen der dem minimal dargestellten Sachverhalt folgenden Rechtsfragen.
  • Der Titel soll ankündigen, was folgt. Dazu noch ein Beispiel aus Jurablogs: Postmortales Persönlichkeitsrecht von Problembären. Ein abstruses rechtliches Thema, perfekt vorgestellt vom Winkelschreiber.

  • GALJ zielt nicht auf eine hohe Einschaltquote ab. Themen und Berichte sollen noch nach Jahren dem Leser nützliche Antworten auf Fragen zum US-Recht geben. Vor allem sollen die Referendare und Praktikanten den Umfang mit Entscheidungen und Gesetzen in den USA üben, nicht das Zeitunglesen. Wir schreiben nicht für Laien und müssen rechtliche Fragen nicht verdummisiert darstellen. Wir bemühen uns, die Texte über US-Recht auf Deutsch lesbar zu halten.
    [/2007] URL
    GRRR :: Washington

    Fri, 20 Jul 2007




    Beim Lesen der Logs fällt auf, dass laufend nach Mustern gesucht wird. Häufig auch für Bewerbungen. Da stellt sich die Frage, ob noch jemand selbst denkt. Zugestanden, mit dem Zugriff auf Suchmaschinen verändert sich das Denken. Mit dem schnellen Griff zum mobilen Telefon verliert so mancher auch die Fähigkeit, sich eine Anschrift oder einen Weg zu merken, wie man auf der Straße merkt, wenn sich Leute live den Weg erklären lassen müssen.

    Bei Wahlstationsbewerbern verfahren wir so, dass die offensichtlichen Muster nicht ins Töpfchen fallen, sondern in die circular File. Von einem Referendar ist zu erwarten, dass er sich mit einigen eigenen Gedanken vorstellt. Selbst wenn die Gedanken sehr weit vom Gewohnten abweichen, vermitteln sie dem Kandidaten mehr Chancen als etwas Abgeschriebenes. - CK
    [/2007] URL
    GRRR :: Washington

    Thu, 07 Jun 2007



    Die Zehn Gebote für die Konversation auf Englisch sollten Referendare und Praktikanten schon vor der Anreise in die USA lesen. Nur denken Sie nicht, dass Sie die Gebote auf das Schriftenglisch umsetzen dürfen. Das wäre fataler als die Gebote erst gar nicht zu lernen. Und als Jurist wissen Sie ja, Gebühren können Sie nur in Rechnung stellen, wenn Sie die Begriffe romanischen Ursprungs beherrschen, also “terminate” statt “end”. Wann Sie davon abweichen, üben wir nach Ihrer Ankunft in Washington. - CK
    [/2007] URL
    GRRR :: Washington

    Wed, 30 May 2007



    J. G - Gestern hatten wir aufgrund einer Anweisung von oben die Prüfung eines amerikanischen Vertragsentwurfs in den Lafayette Park vorm Weißen Haus verlegt. Da saßen wir nun entspannt im herrlichem Sonnenschein und gleichzeitig vertieft in unsere Aufgabe, als auf einmal Hektik im Park ausbrach. Ein einsamer Polizist versuchte mit energischer Stimme, den Park zu räumen. Anfangs reagierten die meisten Parkbesucher auf sein wenig erfolgversprechendes Unterfangen mit Nichtbeachtung, doch nach und nach leerte sich der Park und auch wir entschlossen, seiner Aufforderung nachzukommen.

    Kurz darauf wimmelte es im Park vor Polizeibeamten, die alle Eingänge bewachten und sich nähernde Zivilisten ohne weitere Erklärung davonscheuchten. Dann flogen Helikopter über unsere Köpfe, Sirenen heulten und weiter geschah nichts. Der Park blieb jedoch geschlossen, so dass wir gezwungen waren, unsere Arbeit im Büro fortzusetzen. Allerdings waren wir mit der Prüfung des Vertrages eh weitestgehend fertig.

    Heute wurden wir dann erneut Opfer amerikanischer Hysterie. Als wir nichtsahnend aus unserer Mittagspause zurückkehrten, wurde gerade die 17th Street abgesperrt. Mehrere, natürlich aufgeregt blinkende, Polizeifahrzeuge standen auf der Straße und auch die Fußgänger wurden durch ein Absperrband zurückgehalten. Nach etwa einer halben Minuten war der Spuk plötzlich vorbei - ohne dass etwas geschehen war - und alles löste sich wieder in Wohlgefallen auf.

    Eine Erklärung gab es auch diesmal nicht. Aber irgendwie schien dies außer uns auch sonst kaum jemanden zu interessieren. In Washington scheint man sich an solche überzogen und sinnlos wirkende Maßnahmen schon gewöhnt zu haben und diese zum Schutz der nationalen Sicherheit in Kauf zu nehmen.
    [/2007] URL
    GRRR :: Washington

    Fri, 18 May 2007



    J. G - Völkermord - eine Rechtsfrage, die am Rande der juristischen Ausbildung steht und als Thematik außerhalb der Grenzen des Rechts entsteht. In Washington sind jedoch immer wieder Anlässe für eine gründliche Betrachtung von Völkermord und Menschenrechten gegeben.

    Am 16. Mai 2007 besuchte ich die von der Friedrich Ebert Foundation in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut organisierte Veranstaltung The Shoah and the Second Generation - Reflections on Remembrance and Forgiveness. Bei dieser kamen neben persönlichen Erfahrungsberichten auch aktuelle Bezüge zum Umgang der heutigen Generation mit dem Holocaust sowie zu Völkermorden und und Menschenrechtsverletzungen zur Sprache.

    Nach den einführenden Worten der Repräsentantin der FES in Washington, Almut Wieland-Karimi, begann der Abend mit der Vorführung des Kurzfilms Seeing the Other Side - 60 years after Buchenwald von Prof. Mona Sue Weissmark. Der Film zeigt den persönlichen Umgang Weissmarks, deren Eltern den Holocaust überlebten, mit der Geschichte und die bewegende Begegnung mit einer deutschen Familie, die ihren Vater nach seiner Flucht aus dem KZ bei sich über Monate versteckte.

    Im Anschluss an den Film beschrieb Weissmark ihre persönlichen Erlebnisse sowie die durch ihre Studien mit Nachkommen von Holocaustüberlebenden gewonnenen Erkenntnisse. Danach erläuterte der Historiker Prof. Kiran Klaus Patel von der Humboldt Universität in Berlin den Umgang der heutigen Generation in Deutschland mit dem Holocaust. Den Vorträgen folgte eine Diskussionsrunde mit dem Publikum.

    Auch wenn bei der Veranstaltung verständlicherweise der menschliche Aspekt im Vordergrund stand und auf die rechtliche Seite der Shoah nicht vertieft eingegangen wurde, so stellte der Abend dennoch eine interessante rechtliche Einführung zum Thema Völkermord und Menschenrechtsverletzungen dar, die sich auf aktuelle Ereignisse übertragen lässt.
    [/2007] URL
    GRRR :: Washington
    <<<  10 10  >>>